Ein wichtiger Bestandteil unseres Teams ist der Toller Keno.      

Zusammen mit der Einrichtungsleitung Hanna Wirth bildet er ein “Einsatzteam für tiergestützte Pädagogik” zertifiziert nach ISAAT.

Keno ist seit dem Welpenalter an die Kita und dessen Alltag gewöhnt. Er wurde von Beginn an langsam in die Arbeit als Kita Hund herangeführt. Zusammen haben Hanna und Keno eine Weiterbildung für tiergestützte Interventionen, inklusive der Zusatzausbildung Hund, an einer zertifizierten Lehrstätte der ISAAT absolviert. Zusätzlich wurde ein Wesenstest und die Begleithundeprüfung beim deutschen Retriever Club durchgeführt.

Keno ist ein fester Bestandteil im Kita Alltag. Er begleitet die Kinder durch den Tag. Bereits morgens können die Kinder das Ankommen und die Trennung der Eltern mit Keno erleben. Sie werden begrüßt und die erste Kuscheleinheit darf stattfinden. Hierbei ist Keno immer in der Nähe der Erzieherin, welche die Situationen durchgehend beobachtet und begleitet. Besonders für Kinder, welche Schwierigkeiten bei der Verabschiedung haben kann Keno eine große Unterstützung sein. In vielen Fällen ergibt sich zwischen Kindern und Tieren eine besondere Beziehung. Aufgrund dieser herrscht eine Vertrauensbasis zwischen den beiden Seiten, was die Trennung der Eltern für das Kind vereinfacht.

Nach der Bringzeit findet für die Kinder das gemeinsame Frühstück statt. In dieser Zeit ist Keno nicht im Gruppenraum. Im Büro hat er die Möglichkeit sich zurückzuziehen. Nach der sehr aufregenden Begrüßungsphase ist der Rückzug sehr wichtig für Keno. Zusätzlich werden Hygienemaßnahmen beim Frühstück berücksichtigt.

Zwei- bis Dreimal die Woche findet nach der offenen Zeit eine gelenkte Aktivität zur tiergestützten Pädagogik statt. Hierfür besucht Keno im 14 Tage Takt alle Kindergartengruppen. Die Einheiten können beispielsweise gemeinsame Spaziergänge, Trainingseinheiten, Spielzeiten oder auch theoretische Informationen über Hunde sein, welche spielerisch erlernt werden. Die gelenkten Interventionen werden meist in Kleingruppen absolviert. Es wird der Kontakt zu Keno intensiver und ruhiger.

Zusätzlich kann Keno Teil des Morgenkreises der Gruppen sein und dadurch in eine gelenkte Interaktion mit den Kindern treten. 

Im Büro ist ein Rückzugsort eingerichtet. Dieser ist dauerhaft zugänglich für den Hund und ein Bereich in dem er durch keine Kinder gestört werden kann. Durch die festgesetzten Ruhezeiten gibt es ausreichend Pausen für alle Beteiligten und Stresssituationen werden vermieden. Je nach Stimmung von Keno ist die Bürotür in seiner Anwesenheit geöffnet, bzw. geschlossen. Durch ein Türschutzgitter können die Krippenkinder im geschützten Rahmen Kontakt zu Keno aufnehmen.

Die tiergestützte Pädagogik wird im gesamten Haus jährlich im September schrittweise mit den Kindern eingeführt. Der Umgang mit Tieren wird durch regelmäßige Projekte unterstützt und gefördert. Die Sicherheit beider Seiten ist für uns sehr wichtig, weshalb wir die tiergestützte Pädagogik sehr bewusst und mit der Einhaltung aller Richtlinien durchführen.

Der Kontakt zu Keno ist für jedes Kind freiwillig. Es ist für die Kinder möglich dem Kontakt mit ihm zu umgehen. Dies geschieht beispielsweise durch eine passende Gruppeneinteilung inklusive räumlicher Trennung. 

Einige Bereiche der Einrichtung sind aufgrund von Hygienevorschriften für den Hund nicht zugänglich. So sind alle Räume, in denen sich Küchenzeilen oder Waschmöglichkeiten befinden, für Keno verboten. 

Ebenfalls der Krippenbereich wird nur in gemeinsamer Form mit der Erzieherin zugänglich sein, um auch den Krippenkindern die Möglichkeit zu geben unter Begleitung mit Keno Kontakt aufzunehmen.

Keno ist ein fester Bestandteil unseres Kita-Alltags. Dennoch darf nicht vergessen, dass es sich um ein Lebewesen handelt, welches, wie Menschen auch, einen schlechten Tag haben kann. Aus diesem Grund können sich geplante Aktivitäten spontan verschieben, wenn es aufgrund der jeweiligen Situation nicht vertretbar wäre. 

Die Empathie ist ein wichtiger Lernprozess für die Kinder im Umgang mit Tieren.

„Fast alle Kinder wollen eine Beziehung zu einem Tier, sie wollen Verantwortung übernehmen, versorgen, aber vor allem wünschen sie sich einen Freund, mit dem sie Spaß haben und dem sie auch ihre Sorgen anvertrauen können“ (Beetz 2012, S.13). Die Beziehung zwischen Kindern und Tieren ist von ganz besonderer Art. Die tierischen Lebewesen schaffen es innerhalb kürzester Zeit, eine Beziehung zu Menschen, insbesondere Kindern, aufzubauen und ihr Vertrauen zu gewinnen. Bereits in der frühen Kindheit (unter drei Jahren) zeigen Kinder ein hohes Interesse an Tieren aller Art. Sie beobachten Krabbeltiere, wagen erste körperliche Kontakte zu Heimtieren oder begeistern sich stundenlang für kletternde Affen in Tiergärten. Verschiedene Studien zeigen eine erhöhte Aufmerksamkeit von Kindern in Schulen, wenn sich ein Hund im Klassenzimmer befindet (vgl. Beetz 2012, S.9) oder eine höhere soziale Aufmerksamkeit gegenüber Menschen, welche ein freundlich aussehendes Tier bei sich haben. Besonders Menschen mit Autismus schenken Tieren eine besondere Aufmerksamkeit und zeigen sich im sozialen Kontext offener (vgl. Beetz 2012,S.6).

Interaktionsformen der tiergestützten Interventionen: Vgl. Vernooij und Schneider 2018, S. 156

Auch Tiere können ein fester Bestandteil der Einrichtung und Freunde für Kinder werden. Zeitgleich lernen die Jungen und Mädchen, welche Verpflichtungen mit der Haltung von Tieren verbunden sind. Die Gesundheit von Kindern wird durch Tiere gefördert, sie erleiden weniger Allergien, Herzleiden und zeigen sich fitter. Zudem wird die Ausschüttung von Stresshormonen verringert und Ängste beziehungsweise Depressivität werden reduziert (vgl. Havstad et al. 2011, Diamond & Lee 2011, Odendaal 2000, Handlin et al. 2011, Nagasawa et al. 2009, zusammengefasst von Beetz 2012, S.8f).

Besonders der Begleithund ist inzwischen in einigen Einrichtungen ein Teil der pädagogischen Arbeit und zeigt positive Wirkungen. Er ist ein fester Bestandteil dieser Institutionen und wird dort in den Alltag eingebunden. Die Interaktionen können von den Kindern frei gewählt werden oder Bestandteil einer zielgerichteten pädagogischen Situation sein.

Wirkungseinflüsse der tiergestützten Pädagogik auf den Menschen: Vgl. Vernooij und Schneider 2018, S. 104

Quellen zum Nachlesen:

Beetz, Andrea (2012): Kinder und Tiere – eine Beziehung mit positiver Wirkung. www.erzieherin.de, zuletzt geprüft am 29.04.2020.

Vernooij, Monika A.; Schneider, Silke (2018): Handbuch der Tiergestützten Intervention. Grundlagen – Konzepte – Praxisfelder. 4., korrigierte und aktualisierte Auflage. Wiebelsheim: Quelle & Meyer Verlag