Die gewaltfreie Kommunikation stammt von Marshall B. Rosenberg.

Es handelt sich bei der gewaltfreien Kommunikation darum, dass die Menschen von den gegenseitigen Bedürfnissen abhängig sind und diese durch Zusammenarbeit erfüllen können. Man sollte offen anderen Bedürfnissen gegenübertreten, sich austauschen und gemeinsam eine Lösung finden. Das Ziel der gewaltfreien Kommunikation ist es, Menschen ins Gespräch zu bringen und das gegenseitige Vertrauen fördern.

Wichtig zu sagen ist, dass die gewaltfreie Kommunikation keine Methode ist, sondern eine Haltung wie man mit anderen Menschen kommunizieren möchte.

Gewaltfreie Kommunikation dient dazu, uns mit unseren mitfühlenden Mitmenschen zu verbinden. Die natürliche Fähigkeit des Mitfühlens entfaltet sich, wenn die Gewalt im Inneren nachlässt. Mithilfe des „Vier Schritte – Prozesses“ kann man kommunizieren ohne sich Stolpersteine in den Weg zu legen. Ebenso kann man sich in seinen Gegenüber hineinversetzen und lässt sich von verletzenden Formen nicht beirren. „Die Gewaltfreie Kommunikation weist uns einen Weg, auf dem wir einander in Gesprächen und Konflikten unsere Gefühle zeigen und darüber sprechen können, was wir wirklich brauchen.“     (Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt, Serena Rust 2016, S. 19)

Sie zielt auf die Findung gemeinsamer Lösungen und Erfüllung voneinander abhängenden Bedürfnissen.

Die Giraffensprache vermittelt den Kindern spielerisch einen wertschätzenden Umgang miteinander

 

Ziele der Gewaltfreien Kommunikation

Es gibt viele und verschiedene Ziele der Gewaltfreien Kommunikation. Das Hauptziel ist es, eine ehrliche Verbindung zu sich selbst und den Andren zu schaffen. Ebenso ist es wichtig, sich selbst und den Anderen wahrzunehmen. Ein weiteres Ziel ist, in schwierigen Situationen mit Wertschätzung und Achtung sich selbst und anderen gegenüber im Gespräch zu bleiben. Außerdem sollte man in Konfliktsituationen neue Wege gehen und erarbeiten. Durch die Gewaltfreie Kommunikation werden Beziehungen verbessert und so das Wohlbefinden und die Lebensqualität gesteigert.

 

Der „Vier Schritte – Prozess“

Im ersten Schritt der gewaltfreien Kommunikation geht es darum zu Beobachten. Die Beobachtung basiert auf verschiedenen Sinnen. Hier wird nicht bewertet. Wichtig ist es, objektiv auf die Situation zurückzuschauen. Ebenso sind keine Vorwürfe und Bewertungen im ersten Schritt zu finden. Es ist wichtig, die persönliche, emotionale Aufladung herauszunehmen.

Im zweiten Schritt geht es um die eigenen Gefühle. Man muss sich seinen Gefühlen bewusst werden.

Mit Hilfe der „Giraffenbrille“ „… sehe ich mich und den anderen als zwei gleichwertige Menschen, die bestrebt sind, ihre Bedürfnisse zu erfüllen und nicht als Feinde, die sich gegenseitig schaden wollen.“ (Wenn die Giraffe mit dem Wolf tanzt, Serena Rust 2016, S. 73)

Die eigenen, körperlichen Empfindungen können einem in diesem Schritt wichtige Hinweise geben. Man muss also versuchen, Worte zu finden um sein Fühlen auszudrücken ohne dass der Gegenüber das Gefühl bekommt, schuld daran zu sein. Ziel ist es, dass der andere mir offen zuhört und sich nicht verteidigen oder rechtfertigen muss. Ich-Botschaften sind in diesem Schritt hilfreich. Das Wort „Wenn“ sollte am Satzanfang verwendet werden. Man sollte unvoreingenommen und Wohlwollen handeln.

Der dritte Schritt ist das Kernstück der Gewaltfreien Kommunikation. Hier geht es um die Bedürfnisse. Man nutzt seine Gefühle um auf Bedürfnisse zu stoßen, die unerfüllt sind. Bedürfnisse sind ein grundlegender Bedarf, den alle Menschen zum Leben brauchen. Die Erfüllung unserer Bedürfnisse ist individuell. Hier findet der Drehpunkt der Wolfswelt zur Giraffenwelt statt.

Es ist wichtig, sich über seine eigenen Bedürfnisse im Klaren zu sein, denn umso weniger verfalle ich in die Wolfssprache. Ebenso gibt es keine negativen Bedürfnisse. In diesem Schritt lässt man Bedürfnisworte Revue passieren und achtet auf seine innere Resonanz. Wichtig sind einfühlsames Verständnis, Verbindung, Klarheit und Sicherheit. Die Ursache für die Reaktion in einer Situation, liegt an der persönlichen, inneren Realität.

Im letzten Schritt geht es darum, auf welche ganz konkrete Weise man nun seine Bedürfnisse zur Geltung bringt. Es geht um „Bitten“. Jetzt ist es an der Zeit herauszufinden, wie man selbst und der andere seinen Bedürfnissen entgegenkommt und erfüllt. Eine Bitte kann nur erfüllt werden, wenn man dies aus freien Stücken macht. Bei einer Bitte kann der andere diese ablehnen ohne Angst vor Konsequenzen zu haben, Sie ist verhandelbar. Sie ist keine Forderung. Die Bedürfnisse, Verbindung, Klarheit und Vertrauen spielen eine wichtige Rolle und wie man sie äußert und erfüllt. Bei einer Auseinandersetzung geht es parallel um die Sachebene und Beziehungsebene. Man muss sich Bewusst werden auf welcher Ebene man sich befindet, während eines Konfliktes. Beim Einfühlungsprozess ist es wichtig, das relevante Bedürfnis herauszufinden.

 

Giraffensprache in Kindersprache

Giraffen haben einen langen Hals, das größte Herz und ihre Hörner sind Antennen. Daneben liegen Augen und Ohren. Mit ihnen nehmen sie alles auf was um sie herum passiert. Das geht durch die Antennen ins Gehirn und von dort schlupft es durch den Hals ins Herz. Dies dauert sehr lange, denn der Hals ist lang.

Im großen Herz wird alles durcheinander gewirbelt und es entstehen Gefühle.

Die Giraffe schaut in ihr Herz, versucht ihre Gefühle zu verstehen und sucht dann was sie braucht. Sie versucht auch herauszufinden, was der Andere braucht. Das ist alles ziemlich schwierig, bei den anderen sogar doppelt schwierig und kann sehr lange dauern.

Wenn sie es entdeckt hat, schickt sie, was sie braucht, zurück durch den Hals und als Bitte kommt es aus ihrem Mund heraus.

Natürlich kann es passieren, dass es nicht das Richtige für den Anderen war, dann muss alles zurückgeschickt werden und noch einmal gesucht werden.

Wenn der andere sagt was er braucht, ist es leichter.

Deshalb ist die Giraffensprache – dass wir denken und fühlen wie die Giraffen – auch für uns Menschen wichtig und hilft uns einander zu verstehen.